Eingetragen von Institut für Widerstand im Postfordismus am 08.03.2018 15.02 Uhr

Der Zeuge „Curveball“, ein Agent des BND, spielte bei der Legitimierung des Irakkriegs durch Colin Powell vor der UN eine zentrale Rolle. Seine Geschichte eröffnet einen der größten Geheimdienstskandale: Im November 1999 beantragt er als Rafed Ahmed Alwan politisches Asyl in Deutschland und bietet im Gegenzug seine Story an: Nach seinem Studienabschluss sei er vom Saddam-Regime angeworben worden, um bei der geheimen Entwicklung von Massenvernichtungswaffen zu helfen. Die Deutschen informieren den amerikanischen Militärgeheimdienst. „Die Quelle ist ein Augenzeuge. Ein irakischer Chemieingenieur, der eine dieser Anlagen betreute. Er war tatsächlich anwesend, als biologische Kampfstoffe hergestellt wurden“, begründet US-Außenminister Colin Powell den Beginn des Irakkriegs vor der UN-Vollversammlung am 5. Februar 2003. Kurz darauf untersucht die CIA die Aussagen zu den Waffenanlagen und findet nichts als Lügen.


Die Performance rollt den Skandal wieder auf und stellt die Frage, wem wir warum Glauben schenken und wohin uns das Prinzip der Täuschung führen kann. Dabei rückt nicht zuletzt auch das Theater selbst als ein Ort des Täuschens, Manipulierens und Mutierens in den Fokus.




Bei seiner Recherche hat das Team des Instituts für WiP einen entscheidenden Vorteil: Die Künstler*innen hatten durch persönliche Verbindungen Gelegenheit, der Person „Curveball“ nahe zu kommen und damit aus exklusiver Perspektive zu erzählen. 


Performance am 15. März ROTTSTR5-KUNSTHALLEN Bochum, 16. März 39. Duisburger Akzente, 17. März ROTTSTR5-KUNSTHALLEN Bochum, 21. März Freies Werkstatt Theater Köln

Weitere Termine: 16.03.2018 19:30 Uhr, 17.03.2018 20:00 Uhr, 21.03.2018 20:00 Uhr
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