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Eingetragen von c.t.201 - Freies Theater für Köln e.V. am 08.11.2021 13.19 Uhr

Der*die Wutbürger*in scheint angekommen: In der Mitte der Gesellschaft. Vom wütenden Brüller bei STUTTGART21 und PEGIDA fand er oder sie eine Heimat im Schoß der AfD und der CSU. Plötzlich umworben von anderen Parteien wurde es schwieriger und schwieriger für ihn und sie, sich überhaupt noch zu entscheiden. Schien er*sie am Anfang als Abschaum und Ewiggestrige*r zu gelten, so rissen sich plötzlich alle um ihn*sie und zeigten Verständnis. Wenn der*die Bürger*in wütend ist, dann muss man das verstehen – so die Politik. Aber warum ist er*sie denn wütend und ist er*sie überhaupt noch wütend? Hat es was mit den Geflüchteten zu tun oder geht es eigentlich um etwas ganz anderes? Kann der Gutmensch den*die Wutbürger*in verstehen und umgekehrt? Ist es vielleicht manchmal ein und dieselbe Person? Und warum sucht der*die Wutbürger*in so verzweifelt nach Alternativen? Findet er*sie diese? Und worum geht es überhaupt? Um unser Land? Um unsere Demokratie? Um sein*ihr eigenes Konto?

Nach „Angst – oder wie Walter zum Attentäter wurde“, gehen wir einen Schritt weiter. Wir wollen nicht nur die fiktive Geschichte eines*r Wutbürger*in erzählen, sondern tatsächlich eine Diskussion mit ihnen führen. Wir suchen sie: die Kölner Wutbürger*innen. Und ja: wir geben ihnen ein Forum. Zwei Performer*innen entwickeln aus Interviews und persönlichen Begegnungen ein Stück über Wut und Alternativlosigkeit. Sie suchen zwei Wutbürger*innen, die mitmachen. Die ihre Wut künstlerisch verarbeiten möchten und bereit und offen sind, zu reden. Über sich. Über uns. Über Demokratie. Und die Frage, wie Weltoffenheit, Toleranz und Angst zusammenpassen. Es entsteht ein postdramatisches Kammerspiel, in dem wir die Angst sezieren und als Wut wieder rauslassen. In der Hoffnung, das danach beides verschwindet.

Weitere Termine: 27.11.2021 20:00 Uhr, 28.11.2021 20:00 Uhr
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