Theatermuseum Düsseldorf
Eingetragen von Marvin Wittiber am 09.01.2026 13.15 Uhr

„Sichtbarkeit ist Widerstand“ – ein Satz, der heute selbstverständlich klingt, aber in den 1920er Jahren gefährlich war. Bevor das NS-Regime mit brutaler Gewalt gegen queere Menschen vorging, lebte auch in Düsseldorf eine offene, wenn auch verletzliche Szene – voller Gespräche, Sehnsucht und Musik. In Bars, Tanzsälen und Hinterzimmern wurde gefeiert, gelacht, gestritten und geliebt – oft heimlich, manchmal mutig sichtbar.

Die Weimarer Republik war eine Zeit zwischen Aufbruch und Unsicherheit. Während der § 175 queeres Begehren weiter kriminalisierte, entstanden neue Räume für Kunst, Forschung und Austausch. Menschen suchten nach Sprache, nach Nähe, nach Momenten von Freiheit – und wussten zugleich, wie zerbrechlich sie waren. Auch in Düsseldorf zeigte sich eine erste queere Öffentlichkeit, die ihren Ausdruck in Stimme und Bewegung suchte.

Doch über diese Lebenswelten wissen wir heute kaum etwas. Nur wenige Spuren sind erhalten geblieben, vieles wurde verdrängt oder ausgelöscht. Was lässt sich daraus heute noch lesen – aus den Lücken, dem Schweigen, den Resten von Musik, Tanz und Blicken? Und wie können wir diese Fragmente nicht nur bewahren, sondern spürbar machen?

In diesem dritten Teil der Rosa-Winkel-Trilogie richtet sich der Blick auf diese Zeit zurück. Die szenische Lesung nähert sich einer Epoche, in der queeres Leben aufblühte – und in der Zärtlichkeit selbst zum Akt des Mutes wurde. Aus historischen Spuren, Fragmenten, Texten, Stimmen und Körpern entsteht eine poetische Annäherung an eine fast vergessene queere Vergangenheit. Wie klang diese Freiheit? Wie roch sie, wie bewegte sie sich, wie fühlte sie sich an? Und was bleibt von ihr in uns – heute?


Ein Intensiv-Theaterworkshop über die Lebensrealitäten der Düsseldorfer Homosexuellen zwischen Freiheit und Verfolgung in der Weimarer Republik


Abschlusspräsentation:
07.02. | 19:30 Uhr
08.02. | 18 Uhr


Rahmenprogramm:
Historische Einführung
(Vortrag: Astrid-Hirsch von Borries, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf)


Nachgespräch
(Moderation: Sascha Förster, Theatermuseum Düsseldorf)


Mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16-27 Jahren


Künstlerische Leitung: Marvin Wittiber
Text: Simone Saftig & Ensemble
Ausstattung: Alina Gorr


Eine Produktion von Düsseldrama in Kooperation mit Theatermuseum Düsseldorf, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung Düsseldorf und Queere Geschichte(n) Düsseldorf e.V. in Zusammenarbeit mit Stadtarchiv Düsseldorf und Lesben- und Schwulenbibliothek Düsseldorf (LuSBD) sowie gefördert vom Kulturamt Düsseldorf


Tickets an der Abendkasse: 10€ / 5€ (ermäßigt)
Reservierungen: kasse_theatermuseum@duesseldorf.de oder 0211 89-96139

Weiterer Termin: 07.02.2026 19:30 Uhr
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