Un-Label Studio, Hosterstr. 1-5 50825 Köln
Eingetragen von Un-Label Performing Arts Company am 20.04.2026 12.46 Uhr


Präsentation

Wir laden euch herzlich ein, den Abschluss unseres dreijährigen Modellprogramms L.I.K. – Labor für inklusive Kultur mit uns zu feiern.

Im Mittelpunkt des Abends steht die südafrikanische Komponistin Carlie Schoonees mit ihrer Arbeit „I eat men like air“, die während ihrer Residenz im Un-Label Studio entstanden ist – ein intensives Stück über weibliche Wut als verkörperte, oft unterdrückte Energie. Die Schlagzeugerin Rita Couto Soares bringt am Abend zwei Werke zur Aufführung: ein Solo von Iannis Xenakis zwischen Rhythmus, Körper und Präsenz sowie Schoonees’ neue Komposition.

Stoßt mit uns an auf drei Jahre internationale Residenzen, herausgehende künstlerische Praxis und inklusive Kulturarbeit.

24. April um 19:00 Uhr im Un-Label Studio.

Wir freuen uns auf euch!
Über die Residenz

Während der Residenz wird die Komponistin Carlie Schoonees ein Solostück für die Perkussionistin Rita Soares komponieren, das weibliche Wut als physische, verkörperte und oft unterdrückte Kraft erforscht. Der Titel I eat men like air stammt aus der letzten Strophe von Sylvia Plaths Gedicht Lady Lazarus:

[…] 

Beware

Beware.

Out of the ash
I rise with my red hair
And I eat men like air.

Diese kraftvollen Worte dienen als verdichtetes Bild von Wut, Widerstandskraft und Überleben angesichts systemischer Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen. Anstatt sich ausschließlich mit Plaths Gedicht oder Biografie auseinanderzusetzen, greift das Werk auf die breitere emotionale Landschaft zurück, die diese Formulierung eröffnet: eine Wut, die scharf, roh, verzehrend und kompromisslos ist.

I eat men like air reflektiert darüber, wie weibliche Wut häufig pathologisiert, zum Schweigen gebracht, beschämt oder nach innen umgelenkt wird. Durch Klang, Geste und performative Handlung wird das Stück Emotionen eine Form geben, deren offener Ausdruck gesellschaftlich oft unerwünscht ist.

Performative Elemente und Licht spielen dabei eine zentrale Rolle und verwischen die Grenzen zwischen musikalischer Aktion und körperlichem Ausdruck. Komponistin und Performerin suchen gemeinsam nach Wegen, Gesten und Bewegungen, um Wut in Klang zu übersetzen. Dabei steht der Körper als Träger von Erinnerung, Frustration und Widerstand in den Mittelpunkt.

Letztlich ist das Werk ein Akt der Sichtbarmachung: eine Auseinandersetzung mit Wut nicht als etwas Zerstörerischem oder Beschämendem, sondern als Reaktion auf gelebte Erfahrung, Trauma und Durchhaltevermögen.


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