Brotfabrik Bühne, Bonn
Eingetragen von tanz.tausch am 20.09.2020 21.45 Uhr

Choreographie: Victoria Chiu, Jozsef Trefeli, Rudi van der Merwe // Darsteller: Jozsef Trefeli, Rudi van der Merwe // Video- und Projektionsdesign: RDYSTDY - Hana Miller und Jacob Perkins // Video und Projektion: tba // Musik: Sofia Chapman, Roland Cox, Cathie Travers // Licht-, Ton- und technischer Direktor: Fred Jarabo  

 

Showing Genetrix ist eine Tanz- und Multimediakollaboration der Choreographen Victoria Chiu (Aus/Chinesisches Erbe), Jozsef Trefeli (in Australien geboren/ungarisches Erbe/ Schweizer Staatsbürger), Rudi van der Merwe (Südafrikanisch/Afrikanisches Erbe/ in der Schweiz ansässig) und den Videokünstlern RDYSTDY (NZ).  

  

In dieser Uraufführung in Bonn werden zwei Soli als eine Anthologie persönlicher und problematischer Familiengeschichten von vor zwei Generationen präsentiert, in denen jeder Künstler mit Informationen, Geschichten und Erinnerungen konfrontiert wird.  

  

Jozsef Trefeli hat seinen Großvater, der Landwirt, Fischer und Musiker war, nie kennengelernt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Militärdienst eingezogen und verlor fast die Hälfte seines Körpergewichts in einem Kriegsgefangenenlager. Er überlebte und ging zurück nach Ungarn, um seinen Körper, sein Leben und sein Land wiederaufzubauen.  

  

Rudi van der Merwe stand seiner Großmutter sehr nahe, die sich als junges Mädchen in den 1930er Jahren in einen deutschen U-Boot-Offizier (nicht in ihren späteren Ehemann) verliebte. Erst nachdem sie verwitwet war, begann sie in späteren Jahren diesen deutschen Offizier zu erwähnen. Diese Geschichte spiegelt auch die größere Erzählung über die die verhängnisvolle Anziehungskraft von Populismus und Faschismus auf (weiße?) Südafrikaner in den Jahrzehnten nach dem Südafrikakrieg (1899-1902) wider.  

 

Jozsef Trefeli, in Australien geboren erhielt seine Ausbildung in zeitgenössischem und klassischem Tanz, Gesang und Stepptanz in Melbourne. Seit 1996 ist er in der Schweiz. Er arbeitete u.a. mit der Alias Cie., Philippe Saire, Da Motus, Utilité Publique, Cie. Greffe, Drift und Skree Wolf in Genf. Seit 2005 tourt er mit seinen eigenen Stücken. 

 

Rudi van der Merwe, aufgewachsen in Südafrika studierte dort Tanz und Theater, in Straßburg Moderne Literatur und Film. 2002 war er Teilnehmer des Programms ex.e.r.ce am CCN Montpellier unter der Direktion von Mathilde Monnier. Er lebt in Genf und gründete dort 2010 die Compagnie Skree Wolf.  

 

Das sagen die Kuratoren:  

Jozef Trefeli und Rudi von der Merwe besitzen eine Carte Blanche in Bonn, denn wir kennen und ihre Arbeiten seit mehreren Jahren und sind gespannt auf ihren ersten gemeinsamen Solo-Abend. Diese Produktionen wurden in Bonn im Rahmen einer Residenz begonnen und so freuen wir uns besonders, dass sie ihre Uraufführung in Bonn feiern werden. Thematisch ergänzen sich die Soli mit Raimund Hoghe, Michal Záhora und besonders Radhouane El Meddebs ‚A mon père …‘  die auch sehr intim und persönlich für sich erörtern, was bestimmte Menschen mit ihnen selbst und ihrem heutigen Leben zu tun haben und sie verbindet. In diesem Fall sind es die Wurzeln ihrer eigenen Familie und ihrer Herkunft. (CocoonDance) 

  

Unterstützt durch: Dancehouse Melbourne Australia; Théâtre du Galpon Genf, Schweiz; Mittlere Zentren Bonn Deutschland & Műhely Alapitvány Budapest, Ungarn  

 

jozseftrefeli.org/ 

rudivandermerwe.com/en 

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