Mentoring-Programm
Einreichfrist: 31. Mai 2026
Das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste schreibt zum fünften Mal ein Mentoring-Programm aus.
Das von der Kunststiftung NRW geförderte und mitinitiierte Programm ermöglicht profilierten freien Gruppen / Ensembles aus Nordrhein-Westfalen für die Dauer von ca. einem Jahr produktionsunabhängig und themenspezifisch mit Mentor*innen ihrer Wahl zusammenzuarbeiten. Es muss klar erkennbar sein, wie sich das gewählte Vorhaben aus der künstlerischen Biographie der jeweiligen Gruppe / des Ensembles herleitet.
Eine Auswahl für das Mentoring-Programm versteht sich als Auszeichnung für eine erfolgreiche künstlerische Arbeit.
Ausschreibung
Die aktuelle Ausschreibung des Programms findet sich hier:
Die Jury
Anngret Schultze
Anngret Schultze arbeitet solo und kollektiv in den freien darstellende Künsten in den Bereichen Performance, Choreografie, Dramaturgie und Audiodeskription. Sie verbindet ihre Hintergründe Kulturwissenschaften, Performance Studies und kulturpolitisches Arbeiten in den Themenschwerpunkten Darstellende Kunst als Transformationsmotor, Zugänglichkeit zeitgenössischer Performance und solidarische Arbeitsweisen in der freien darstellenden Szene.
Ihr Lebens- und Arbeitsschwerpunkt ist in Hamburg.
Maria Vogt
Maria Vogt ist Autorin, Regisseurin und Performerin. Für ihre Arbeit als Schauspielerin wurde sie mit dem Bayerischen Kunstförderpreis für Darstellende Kunst ausgezeichnet. Sie studierte sie Film an der HFBK Hamburg (Master) sowie Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen.
Seit 2012 ist sie Teil der künstlerischen Leitung des Theaterkollektivs KGI – Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten, mit dem sie interdisziplinäre Arbeiten an der Schnittstelle von Theater, Film, Performance und digitalen Medien entwickelt. Ihre Projekte befassen sich u. a. mit Erinnerung, Affektübertragung und gesellschaftlichen Transformationsprozessen und wurden an Häusern wie dem Ringlokschuppen Ruhr, HAU, Theater Discounter, Staatstheater Nürnberg und dem Theater an der Ruhr gezeigt.
2023 erhielt sie das Wim-Wenders-Stipendium der Filmstiftung NRW für ihr Science-Fiction-Projekt Antropka, das 2025 als Mixed-Reality-Theaterstück am Theater an der Ruhr uraufgeführt wurde. Aktuell entwickelt sie die neue transmediale Arbeit "Fast Nacht" in Zusammenarbeit mit dem Institut für neue soziale Plastik.
Thomas Plischke
Thomas Plischke ist Tänzer, Choreograf und Performancekünstler. Er studierte zeitgenössischen Tanz an den P.A.R.T.S. in Brüssel (1995–1998) als Teil der ersten Generation und war Stipendiat der Carl-Duisberg-Gesellschaft. Seine frühen Solowerke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Philip Morris Tanzstipendium (1998) sowie dem Tanzpreis der Stadt München (2000).
Seit 2001 arbeitet er eng mit Kattrin Deufert als Künstlerduo deufert&plischke. Gemeinsam entwickeln sie transdisziplinäre Arbeiten an der Schnittstelle von Tanz, Gesellschaft und Medien, die Choreografie, Fotografie, Text und Video verbinden. Im Zentrum ihrer Praxis stehen kollaborative und partizipative Prozesse, die klassische Rollen zwischen Kunstschaffenden und Publikum hinterfragen und neue Erfahrungsräume eröffnen.
Ihre Projekte reichen von langfristigen Performances im Ausstellungsraum über theatrale Installationen bis hin zu kollektiven künstlerischen Prozessen mit Gemeinschaften. Neben ihrer künstlerischen Arbeit kuratieren deufert&plischke internationale Formate und Festivals. Ihre Werke zeichnen sich durch konzeptuelle Offenheit, ästhetische Vielschichtigkeit und ein bewusstes Spiel mit Unlesbarkeit aus.
Von 2020 bis 2025 initiierten und betrieben sie mit der spinnereischwelm einen offenen Kunstort für zeitgenössische Kunst in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Schwelm. Seitdem führen sie diese Praxis im dpsp.studio weiter, einem Studio für künstlerische Forschung und Produktion.
Seit einigen Jahren leben und arbeiten sie als Künstlerfamilie mit ihren beiden Kindern.
Bisher geförderte Vorhaben und Evaluationen
Das Mentoring-Programm wurde bislang viermal ausgeschrieben. Jede Förderrunde wird durch das Landesbüro evaluiert.
Geförderte Vorhaben und Dokumentation 2024
- Kainkollektiv (Bochum)
- KGI: büro für nicht übertragbare angelegenheiten (Mülheim an der Ruhr)
- TachoTinta (Bochum/Köln)
- deufert&plischke (Schwelm)
- Anna Kpok (Bochum)
Die Jury setzte sich aus folgenden Personen zusammen: Fatima Çalışkan, Anngret Schultze, Stephanie Thiersch und David Gruschka.
Ein Video dokumentiert die Beiträge, die auf der Abschlussveranstaltung zum Mentoring-Programm am 9.10.2025 im Blue Square in Bochum von den geförderten Gruppen eingebracht wurden.
Geförderte Vorhaben und Auswertung 2022
Die Jury hat am 28. September 2022 über die Förderanträge der dritten Förderrunde entschieden. Das Mentoring-Programm wurde 2022 zum dritten Mal ausgeschrieben, deutlich aufgestockt um 20.000 Euro.
Die Besonderheit des Mentoring-Programms liegt darin, den geförderten Gruppen und Ensembles produktionsunabhängiges und themenspezifisches Experimentieren zu ermöglichen, wie es im Arbeitsalltag vielfach nicht möglich ist und das über mittlerweile anerkannte und geförderte Recherchearbeiten deutlich hinausgeht.
In dieser Förderphase wird außerdem die Bedeutung der Netzwerktreffen und des damit verbundenen Austausches aller Beteiligten noch einmal hervorgehoben. Ein Teil der Förderung ist daher explizit vier gemeinsamen Arbeitstreffen vorbehalten.
Inhaltlich bewegten sich die eingereichten Anträge in einem außerordentlichen breiten Spektrum konzeptioneller Entwürfe für Arbeitsvorhaben jenseits gewohnter Produktionspraxis. Wie schon in den vorangegangenen Förderphasen zeigt dies erneut die Vielfältigkeit der Arbeiten in der Freien Darstellenden Szene in NRW.
2022 erhielten folgende Gruppen / Ensembles eine Förderung:
- Armada Theater
- Fort Willy
- Ursina Tossi & EXCESSIVE SHOWING
- RUE OBSCURE
- Döring/Herrlein/Weber
- pulk fiktion
- KimchiBrot Connection
Die Jury setzte sich aus folgenden Personen zusammen: Prof. Dr. Sandra Umathum, Fatima Çalışkan, Stephanie Thiersch, David Gruschka. In beratender Funktion: Christine Peters, Leiterin Bereich Performing Arts der Kunststiftung NRW.
Das NRW Landesbüro hat die Durchführung der Projekte begleitet und im Januar 2024 eine > Auswertung des Programms veröffentlicht.
Geförderte Vorhaben und Evaluation 2020
Die Jury hat am 29. Juni 2020 über die Förderanträge zum Mentoring-Programm entschieden.
Das Programm wurde in dieser Runde noch stärker nachgefragt als ohnehin schon beim letzten Mal. Es standen 28 Anträge zur Diskussion. Die Kunststiftung NRW und das Landesbüro sehen dies als Beleg für die Notwendigkeit nicht produktionsgebundener Förderformate gerade auch für Gruppen und Ensembles, die bereits über eine längere Arbeitsbiografie verfügen. Die Jury hob die Vielfältigkeit der Förderansätze und das gute konzeptionelle Niveau der Anträge hervor. Das inhaltliche Spektrum der beantragten Vorhaben steht damit auch für die Vielfältigkeit der Freien Darstellenden Szene in NRW generell.
2020 erhielten folgende Ensembles / Gruppen eine Förderung:
- Alfredo Zinola Productions
- Artman&Duvoisin
- Cheers for Fears
- Jungyun Bae, Tümay Kılınçel, Cornelius Schaper
- Polar Publik
- Progranauten
- pulk fiktion
- TheatreFragile
Das NRW Landesbüro hat die Durchführung der Projekte begleitet und im November 2021 eine > Auswertung des Programms veröffentlicht.
Geförderte Vorhaben und Evaluation 2018
Im April 2018 wurde das Mentoring-Programm erstmals ausgeschrieben. Bis zum 20. Mai 2018 bewarben sich 23 Gruppen und Ensembles.
Die fünfköpfige Jury bestand aus Holger Bergmann (Geschäftsführung Fonds Darstellende Künste, Berlin) Kathrin Ebmeier (freischaffende Künstlerin, Köln), Katja Grawinkel-Claasen (Dramaturgie Forum Freies Theater, Düsseldorf), Fabian Sattler (Regisseur und Vorstand Maschinenhaus, Essen) und Ludger Schnieder (Künstlerische Leitung Pumpenhaus, Münster) und tagte am 19. Juni 2018.
Das qualitative Niveau aller eingereichten Anträge bewertete die Jury als sehr zufriedenstellend. Insbesondere wurde die Unterschiedlichkeit der formulierten Anliegen positiv hervorgehoben. Auffälliger Bedarf für ein Mentoring wurde im Bereich Digitalisierung angemeldet. Bemerkenswert auch, dass aus dem Bereich Neuer Zirkus gleich mehrere Anträge eingereicht wurden.
2018 erhielten folgende Ensembles / Gruppen eine Förderung:
- Drama Köln
- Community Art Works
- Futur 3
- I Can Be Your Translator
- Overhead Project
- Formation Silvia Jedrusiak
- tanzfuchs PRODUKTION
Das NRW Landesbüro hat die Durchführung der Projekte begleitet und im Oktober 2019 eine > Auswertung des Programms veröffentlicht.
Ansprechperson
Harald Redmer
Nachfragen & Beratung
mentoring@nrw-lfdk.de

