NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V.

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X-CHANGE / fringe ensemble / Foto © Tanja Evers
FARBE / Schneider, Rudat, Weyler, Mines / Foto © Projekt FARBE
Garten Minus Zäune / Theaterkollektiv per.Vers / Foto © Nana Franck
Deluxe / Marcus Grolle, Morgan Nardi, Kathrin Spaniol / Foto © Das mechanische Auge
REDRUM / Maciej Sledziecki / Foto © voy
Dörfer der Hoffnung / Internationales Frauenzentrum Bonn / Foto © Herand Müller-Scholtes
Scutum Studies / Kollektiv ZOO / Foto © Robin Junicke
Der Bär, der nicht da war / Theater Marabu / Foto © Ursula Kaufmann
My Reputation ist Your Guarantee / El Cuco Projekt / Foto © Anna Lev
Once I Set Foot Outside / Marlin de Haan / Foto © Murat Durum
Pornotopia / Morgan Nardi
FRAGIL und AGIL / Benedetta Reuter / Foto © Meyer Originals
The Super Hero Piece / performing:group / Foto © Roberta Medina
Ein neues Land / Rue Obscure / Foto © Lara Müller
Auf die Bühne - Freiheit leben! / theaterspiel / Foto © Simon Jost
GRENZE, DIE / Drangwerk / Foto © Simon Howar
Hips Don't Lie / Foteini Papadopoulou / Foto © Anna Kropp
Marie-Lena Kaiser / Ariodante / Foto © Timo Reinders
Kölsche Mädche / Bibiana Jiménez / Foto © Meyer Originals

Interkulturelle Guides

Labor zur diversitätsbewussten Profilbildung in der integrativen Projektarbeit

Die Idee zu diesem Arbeitslabor entstand aus der Auswertung des breit angelegten Diskurses um kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen infolge der Migration von Geflüchteten in NRW, der unter dem Namen Refugee Citizen federführend von den beiden Kultursekretariaten und der Akademie Remscheid in den Jahren 2015-17 geführt wurde. In Verbindung mit den unterschiedlichen Erfahrungen, die das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, der Landesmusikrat und die LAG Soziokultur mit verschiedenen Projektförderformaten im Rahmen des Integrationsplans für NRW gemacht haben, ergab sich die konkrete Idee, eine Ausbildung zum interkulturellen Guide zu initiieren.

Dieses explizit praxisbezogene Labor bringt Experten*innen aus der Migrationsforschung sowie Akteure*innen der interkulturellen Projektarbeit zusammen. Konkret werden Arbeitserfahrungen sog. interkultureller Guides verschiedener Institutionen, die im interkulturellen Bereich Förderformate anbieten, mit aktuellen Perspektiven der Migrations- und Integrationsforschung zusammengeführt, reflektiert und diskutiert. Prof. Dr. Aladin El Mafaalani – Integrationsbeauftragter der Landesregierung NRW - eröffnet die Tagung mit einem Impuls zu aktuellen Fragestellungen aus der Integrationspolitik.

Interkulturellen Guides kommt die Aufgabe zu, für möglichst einfache und direkte Begegnungsräume und Austausch der Akteure*innen in der konkreten Projektarbeit zu sorgen. Zu den Arbeitsfeldern gehören beispielsweise spezielle Kommunikationsaufgaben im Rahmen der Projekte, die Betreuung der Zielgruppen, die generelle Sprachverständigung und die Kontaktpflege mit dem Publikum und den beteiligten Institutionen. Der interkulturelle "Guide" übernimmt eine Schnittstellenfunktion im interkulturellen Dialog und sorgt im besten Falle für nachhaltige Vernetzungsstrukturen, die auch künftig genutzt werden können.

Das Arbeitslabor ist als Erprobungsplattform für die weitere Entwicklung eines Qualifizierungsmoduls für interkulturelle Guides gedacht. Zu dem zweitägigen Labor werden daher gezielt interkulturelle Guides aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen eingeladen, die bereits über ein hohes Maß an Erfahrung verfügen. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenführung von fachwissenschaftlicher und praktischer Ebene, der direkte Austausch von Ideen, Meinungen und Erfahrungen.

Das Arbeitslabor richtet sich auch an Künstler*innen, Akteure*innen und institutionellen Vertreter*innen, die in der interkulturellen- und integrativen Projektarbeit tätig sind oder es zukünftig sein möchten. Sie sind herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen in das Labor einzubringen.

Die Veranstaltung ist ausgebucht. Anmeldung nicht mehr möglich.

Moderation: Meltem Kaptan
Termin: Samstag, 19. Januar, 11 – 17 Uhr, Sonntag, 20. Januar, 10 – 14 Uhr
Ort: Zukunftsakademie NRW, Humboldtstraße 40, 44787 Bochum

Die Veranstaltung ist ausgebucht. Anmeldung nicht mehr möglich.

Gefördert durch:

Programm

19. Januar:

11.00 Uhr: Anmeldung & Begrüßung

11.30 Uhr: Impulsvortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Aladin El Mafaalani

Migration und Integration aktuell- Perspektiven aus der Integrationspolitik

Prof. Dr. Aladin El Mafaalani ist seit 2018 Abteilungsleiter im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Düsseldorf und koordiniert die Integrationspolitik in Nordrhein-Westfalen. Aladin El-Mafaalanis Schwerpunkte liegen auf Migrationsforschung, Bildungsforschung, Sozialpolitik und Stadtforschung. Seine Arbeiten im Bereich der Bildungs-, Migrations- und Stadtforschung wurden mehrfach ausgezeichnet. Seine aktuelle Buchpublikation trägt den Titel „Das Integrationsparadoxon - Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt.“ Aladin El-Mafaalani berichtet von gegenwärtigen Perspektiven der Integrationspolitik und beleuchtet die Frage der gelungenen Integration in seinem Vortrag.

13.00 Uhr: Mittagspause

14.00 Uhr: Workshop-Phase

Workshop I: In Beziehung: Eine Frage der Haltung
Mit Nadine Rousseau, Akademie der Kulturellen Bildung
Mit Soraya Sala, Netzwerk Diversitätsbewusste Kulturelle Bildung

Kunst und Kultur leben von Mehrdeutigkeit und Ambivalenzen – in diesem sozialen Raum bedarf es einer besonderen Sensibilität, um Aushandlungsprozesse von Wünschen, Wertvorstellungen und Ausdrucksformen auf Augenhöhe zu gestalten. Im Workshop reflektieren wir mit Hilfe kreativer und spielerischer Methoden gesellschaftliche Konstruktionen von Norm und Abweichung und von (un)bewussten Formen der Abgrenzung mit dem Ziel, eine besondere Aufmerksamkeit auf eine positive Beziehungsgestaltung zu erreichen.

Workshop II: Fit für die Vielfalt
Mit Bastian Zitscher, Diversity Trainer Fit für die Vielfalt

Während dieses Impulsworkshops gewinnt man praxisnah und spielerisch Einblicke in das Themenfeld „Fit für die Vielfalt“. Auf Basis der eigenen Erfahrungen und Alltagsbeobachtungen entsteht mit dem, was man selbst mitbringt ein Austausch zu interkulturellen Themen wie Werten, Vorurteilen und Fremdheitsgefühlen. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam passende Modelle entwickelt, die im Anschluss an den Workshop präsentiert werden. Das Angebot soll das Interesse wecken, zu einer vertieften Auseinandersetzung mit interkulturellen Fragen anregen und im Idealfall durch den einen oder anderen „Aha-Moment“ dafür sorgen, dass das Erlebte direkt für den Alltag und die interkulturelle Arbeit mitgenommen und verwendet werden kann.

Workshop III: Diversitätsbewusst und diskriminierungssensibel engagiert?
Empowerment und Rassismuskritik in der Jugendarbeit
Mit Ahmet Sinoplu, Geschäftsführer Coach e.V. Köln

In dem Workshop werden folgende zentrale Fragen mit interaktiven Methoden bearbeitet: Was bedeutet Diversität und was hat das mit mir zu tun? Wie kann ich ein Bewusstsein für Diversität und Sensibilität für Diskriminierung entwickeln? Wie gehe ich mit eigenen Vorurteilen und Stereotypen um? Was bedeutet Diskriminierung und Rassismus und was kann ich dagegen tun? Was bedeutet Empowerment und wie kann ich Empowerment-Räume schaffen?

16.00 Uhr: Vorstellung der Workshop-Ergebnisse und Reflexion

17.00 Uhr: Ende des ersten Tages

20. Januar

10.15 Uhr: Vortrag und Übung mit Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan:
Werte und Werteunterschiede im interkulturellen Kontext

Dr. Haci-Halil Uslucan ist Migrationsforscher, Psychologe, Professor an der Universität Duisburg-Essen und Leiter der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung. Seine Arbeiten sind geprägt von einer Zusammenschau psychologischer, soziologischer und philosophischer Fragestellungen. In seinem Vortrag referiert er über kulturelle Werte und erläutert Werteunterschiede hinführend zu einer Übung, die Perspektivenübernahme trainiert und die eigene interkulturelle Kompetenz erprobt. Zentrale Fragestellungen sind: Was sind Werte und welche Rolle spielen sie in Alltagshandlungen? Welche Werteunterschiede innerhalb der Kulturen gibt es. Wie lassen sich die Unterschiede überbrücken?

11.30 Uhr: Kaffeepause

11.45 Uhr: Vortag und Praxisbeispiel mit Necaattin Arslan:
Kultureinrichtungen als Orte der Begegnung und des Austausches?

Necaattin Arslan, Projektleiter "Museen verbinden Welten", Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V. (Hannover)
Dr. Carsten Jöhnk, Museumsleiter Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur in Delmenhorst
Ramzi Ben Saad, geflüchteter Radiojournalist aus Tunesien, Museumsvolontär und "artist in residence" im Nordwestdeutschen Museum für IndustrieKultur in Delmenhorst

Necaattin Arslan engagiert sich für die Öffnung von Museen für diversitätsbewusste Projekte und Künstler*innen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung. Als Museumspädagoge und Berater berichtet Necaattin Arslan von seinem aktuellen Projekt, das unter Beteiligung von Teilnehmern*innen von Deutsch- und Integrationskursen aus der VHS Delmenhorst und in Kooperation mit Radio Weser entstanden ist: "HAYAT / LEBEN - Treffpunkt Nordwolle!" - ein Sprachencafé und deutsch-arabisches Radioprogramm, gesendet aus dem Museum. Seit Frühjahr 2018 setzt der Radiojournalist Ramzi Ben Saad das Projekt im Museum um und berichtet von den bisherigen Erfahrungen.

Zum Interview von Radio Bremen mit Ramzy Ben Saad (Das Interview beginnt ab Minute 10:06)

13.00 Uhr: Auswertung der Laborergebnisse: Diskussion und Ausblick

14.00 Uhr: Ende der Tagung

Kontakt:

Derya Kaptan
Organisation
d.kaptan [at] nrw-lfdk.de