NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V.

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Good Game Gretel / Theater Marabu / Foto © Ursula Kaufmann
Das geheime Projekt / Kathrin Spaniol / Foto © Oliver Look
Positive Anschläge 0.1 / make a move collective / Foto © Dorina Köbele-Milaş
Psst! Frau Prof. Dr. Zibel hat einen Ohrwurm / Theater Glux / Foto © Theater Glux
Boys Don't Dance / Takao Baba / E-Motion / Foto © Eva Berten
Klamotte / KOM'MA Theater / Foto © KOM'MA Theater
Arthur Schopa - FREIraum Ensemble / SOLO+ / Foto © Alessandro de Matteis
paraproximity / Döring & Herrlein / Foto © Gianna Maier-Quadt
miteinander warm werden / katharinajej / Foto © Almut Elhardt
Believe it or not / Ana Valeria Gonzalez / Foto © Elan Zander
TAG H Ex / Ryutaro Mimura / Foto © Ryutaro Mimura
Wem gehört die Straße? / Consol Theater / Foto © Martin Möller
Nervous Entanglement / sputnic visual arts / Foto © sputnic visual arts
menschendinge / Formation Silvia Jedrusiak / Foto © Erich Saar
Ha(mm)bibi / Treibkraft.Theater / Foto © Treibkraft.Theater
Frei//Sein / c.t.201 mit dorisdean / Foto © c.t.201
Bartling & Kilinç / Nightlife / Foto © Sebastian Wolf
Soloabend / HARTMANNMUELLER / Foto © Dirk Rose
Der Computer Nummer 3 / notsopretty / Foto © Sebastian Wolf

FAVORITEN 2020

10. bis 20. September 2020

www.favoriten-festival.de

Mit dem Thema WHILE WE ARE WORKING lädt FAVORITEN 2020 dazu ein, unterschiedliche Felder des Arbeitens und des Nicht-Arbeitens in den Künsten und in der Gesellschaft zu erforschen – des handwerklichen, künstlerischen, industriellen, sorgenden, nicht zuletzt gemeinsamen Tuns.

Von Interesse sind dabei kollektive Arbeitsweisen, körperliche Anstrengung, Verausgabung, Verschwendung und Erschöpfung, genauso wie neue Formen der Solidarität, des Streiks oder der Sorgearbeit. Was ist Arbeit an der Kunst – oder ist künstlerisches Tun das Andere der Arbeit? Und wie kann das gelingen: Sorge, Streik und Solidarität als Performance? Oder: Lässt sich proben ohne produktiv zu sein – und ist das dann schon Arbeit?

Die Frage nach Arbeit oder Nicht-Arbeit stellt sich für die freie Szene der performativen Künste genauso existenziell wie für andere Arbeits- und Lebensbereiche. Doch wie positionieren wir uns im Hin-und- Her von erfüllend oder entfremdend, unbezahlt oder bezahlt, frei oder angestellt, nützlich oder überflüssig, legal oder illegal, leicht oder beschwerlich, sicher oder prekär, vielseitig oder einförmig, selten oder häufig, allein oder gemeinsam? – mitten im Ruhrgebiet im anhaltenden Strukturwandel von industrieller zu postindustrieller Arbeit? Wie reagieren die darstellenden Künste auf die ubiquitäre Verbreitung von Performance, Flexibilität und Projektarbeit? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich Arbeit überhaupt anders denken? Wie lassen sich die Modi von Zeit, Leben und Arbeit verschieben, wie die Strukturen, in denen wir agieren, verändern?

Das FAVORITEN Festival begeht 2020 sein 35-jähriges Jubiläum. Wir freuen uns auf ein aufregendes Festival.

Die künstlerische Leitung von FAVORITEN 2020

Fanti Baum und Olivia Ebert übernehmen für eine weitere Ausgabe die künstlerische Leitung des FAVORITEN Festivals. Die beiden verbindet eine langjährige dramaturgische Zusammenarbeit, 2017-2018 waren sie gemeinsam die Künstlerischen Leiterinnen des FAVORITEN Festivals in Dortmund, 2016-18 konzipierten und veranstalteten sie die feministische Diskursreihe off the record – Denken in präziser Unschärfe u.a. im Frankfurter Mousonturm und leiteten 2015-16 das ortsspezifische Produktionsfestival der Frankfurter Freien Szene Implantieren.

Fanti Baum agiert in unterschiedlichen Kollaborationen zwischen den Künsten und entwickelt Performances, Installationen, Tanzstücke und site specific works. Zuletzt zeigte siezusammen mit Frédéric De Carlo, Joana Tischkau, René Alejandro Huari Mateus und Zwoisy Mears-Clarke das Tanzstück Hors de Combat im Frankfurt LAB und im Rahmen des Frankfurter implantieren Festivals Land/Horses: »the feel of horses long before horses enter the scene« auf der inzwischen abgerissenen Frankfurter Galopprennbahn. Fanti Baum ist Mitglied der Performancegruppe Arty Chock, deren Arbeiten zuletzt beim Lichter Filmfestival und im MMK Frankfurt zu sehen waren. Als Dramaturgin arbeitete sie u.a. für das Theater Winkelwiese in Zürich, für das Ausstellung- und Performance-Projekt Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen im Frankfurter Kunstverein, für die Produktion Josefine im Fonds experimentelles Musiktheater NRW und zusammen mit Claudia Bosse im Tanzquartier Wien. Am Thalia Theater Halle erhielt sie das künstlerische Projektstipendium FORMAT, reiste mit einem Stipendium vom Goethe-Institut nach Ägypten und entwickelte mit dem flausen-Stipendium die Arbeit to be policed: how police moves our body. 2019 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt und Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude. Sie ist Teil von ID_Frankfurt, dem Netzwerk und politischen Zusammenhang freier Tanz- und Performanceschaffender in Frankfurt.

Olivia Ebert studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main und Aberystwyth / Wales. Sie arbeitet als Dramaturgin, Theaterwissenschaftlerin und künstlerische Produktionsleiterin im Kontext freier darstellender Künste, u.a. für die Goethe-Universität Frankfurt, das Künstlerhaus Mousonturm und im Rahmen des Netzwerks freier Tanz- und Performanceschaffender ID_Frankfurt. 2009-2011 sowie 2016 kuratierte sie das Aerowaves-Festival für junge Choreograf* innen aus Europa am Künstlerhaus Mousonturm. Als Produktionsleiterin war sie u.a. für das Stadtraumprojekt EVAKUIEREN des japanischen Künstlers Akira Takayama (2014) und die Tanzplattform Deutschland in Frankfurt (2016) verantwortlich. 2016-17 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Theaterwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und ist Mitherausgeberin des Konferenz-Bandes Theater als Kritik (transcript, 2018).