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NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V.

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Die unendliche Verästelung / RUE OBSCURE
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TACTO / Paula A. Pedraza / Foto © Paula A. Pedraza
PROMETHEISCHE KULTUR / SPOTNIK / Foto © Julia Karl

FAVORITEN: Landesbüro und Kulturbüro der Stadt Dortmund geben neue Künstlerische Leitung bekannt

01.06.2021 Das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und das Kulturbüro der Stadt Dortmund freuen sich, die Künstlerische Leitung des FAVORITEN Festivals 2022 und 2024 bekanntgeben zu können:

Mit Anne Mahlow, Margo Zālīte und Sina-Marie Schneller übernimmt zum ersten Mal ein Dreierteam die Künstlerische Leitung von FAVORITEN, dem traditionsreichen Theaterfestival der frei produzierenden Künste in Nordrhein-Westfalen. Die drei überzeugten die Auswahljury in einem offenen Bewerbungsverfahren.

There can be no return to normal, because normal was the problem in the first place: Unter dem Motto (Un)Learning for possible futures werden sich Anne Mahlow, Margo Zālīte und Sina-Marie Schneller für das FAVORITEN Festival auf künstlerischer und diskursiver Ebene mit den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft auseinandersetzen. Den gemeinsamen, kontinuierlichen Prozess des (Ver)Lernens und miteinander Wachsens zwischen den Geschlechtern, Generationen, Klassen und Grenzen stellen sie ins Zentrum des Festivals. Sie wollen mit Dortmund und der Stadtgesellschaft verwachsen und gleichzeitig über den digitalen Raum auf globaler Ebene die Fühler ausstrecken und dabei auch mit und von internationalen Partner*innen lernen.

Anne Mahlow, Margo Zālīte und Sina-Marie Schneller verfolgen eine kollektive Arbeitsweise. Sie verbindet eine hervorragende Kenntnis der Freien Szene Nordrhein-Westfalens, ein Nachdenken über Perspektiven ebendieser und ein großes Interesse an kulturpolitischer Gestaltung und regionalen, bundesweiten, wie internationalen Kooperationen. Die bisherige Festivalarbeit aller drei zeichnet sich durch eine weite Perspektive auf verschiedenste künstlerische Genres aus.

In diesem Jahr wurde die Künstlerische Leitung von FAVORITEN direkt für zwei Ausgaben ausgeschrieben. Die längerfristige Perspektive soll eine nachhaltigere Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Partner*innen und Netzwerken ermöglichen und eine noch stärkere Verankerung des Festivals in der Stadt unterstützen.

Über FAVORITEN

FAVORITEN – das Dortmunder Theater-, Tanz- und Performancefestival der Freien Szene Nordrhein-Westfalens findet seit 1985 (bis 2008 unter dem Namen Theaterzwang) alle zwei Jahre in Dortmund statt. Es ist das älteste deutsche Festival der freien darstellenden Künste und richtet sich gleichermaßen an die Menschen in der Stadt und Region wie an ein nationales und internationales Fachpublikum. Ebenso wie das Selbstverständnis der Freien Szene hat sich auch das Festival in den Jahren seines Bestehens kontinuierlich gewandelt.

Träger des FAVORITEN Festivals sind das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V. sowie das Kulturbüro der Stadt Dortmund. Die kommende Ausgabe findet im September 2022 in Dortmund statt.

Kurzbiografien der Künstlerischen Leitung:

Anne Mahlow studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der JLU Gießen und arbeitet als Künstlerin, Dramaturgin und Kuratorin. Solo und in verschiedenen kollektiven Zusammenhängen (u.a. mit imaginary company, ASJA und Nana Melling) realisiert sie Performances, Installationen und Audiowalks, mit denen sie u.a. bereits am Staatstheater Darmstadt, Mousonturm Frankfurt, FFT Düsseldorf sowie bei der Ruhrtriennale zu sehen war. 2016 gründete sie das hungry eyes Festival in Gießen mit einem Fokus auf Film an der Schnittstelle zwischen Performance und Bildender Kunst, was sie seitdem gemeinsam mit einem Kollektiv von elf Personen leitet. Von 2017 bis 2020 war Anne Mahlow Teil der Dramaturgie der Ruhrtriennale und hier als Dramaturgin, sowie als Kuratorin tätig. Dramaturgisch arbeitete sie u.a. bereits mit Schorsch Kamerun, Akira Takayama, Jetse Batelaan und realisierte gemeinsam mit Barbara Ehnes die interviewbasierte Videoinstallation Αλληλεγγύη zum Thema Solidarität in Griechenland und dem Ruhrgebiet. Weiterhin kuratierte Anne Mahlow von 2018 - 2020 im Rahmen der Ruhrtriennale eine eigene Spielstätte, den von raumlaborberlin gestalteten Third Space, mit einem Programm aus Performances, Konzerten, Workshops, Diskursformaten, Lesungen, u.a. mit Nikita Dhawan, Ogutu Muraya und Boiband.

Margo Zālīte arbeitet in Dortmund, Berlin und Riga in der Vermittlung von Musiktheater-Studien, Raum-Zeit-Modellen und dem Transfer von Weltanschauungen. Ihr Studium der Visuellen Anthropologie (an der FU Berlin) und der Opernregie (Masterstudiengang der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik Berlin) sowie ihre Erfahrungen in multidisziplinären Projekten und Festivals unterschiedlicher Größenordnungen in Lettland, Polen, Deutschland waren eine wichtige Grundlage für ihre eigene Bühneninterpretation (www.zalite.net). Margo Zālīte ist auch Alumna der Akademie Musiktheater heute 2011-2013. Neben der großen Liebe zu NRW und fünf Fremdsprachen hat sie auch mehrjährige Erfahrung im Schreiben von Librettos, Szenarios, Essays, Bühnenstücken (darunter auch sehr viel für Kinder- und Jugendtheater), Konzepte für ungewöhnliche Theaterorte und Reden für die lettische Kultusministerin. Zuletzt war sie Assistentin von Stefanie Carp, der künstlerischen Leiterin der Ruhrtriennale 2018-2020.

Sina-Marie Schneller studierte Theater- und Literaturwissenschaft in Bochum. Sie ist freie Programmgestalterin, Netzwerkerin und Moderatorin. Als Koordinatorin der Initiative Cheers for Fears arbeitet sie für die Vernetzung von jungen Kunstschaffenden und Kunstwissenschaftler*innen und für die Vervielfältigung ihrer Arbeits- und Kollaborationsmöglichkeiten. Dazu gestaltet sie Workshops, Festivals, Akademien u.v.m. in Kooperation mit Institutionen in NRW, zuletzt dem FREIRAUM Düsseldorf, tanzhaus nrw, Akademie für Theater und Digitalität Dortmund und Ringlokschuppen Ruhr. 2021 gestaltet sie zudem im Verbund mit Kolleg*innen ein bundesweites Vernetzungs- und Weiterbildungsprogramm für Kulturproduzent*innen und das Kritiklabor NRW, ein Forschungslabor zu neuen Formen der Theaterkritik.