Überjährige Programme: Entscheidung gefallen
Nach dem zähen Ringen um die überjährigen Förderprogramme gibt es nun eine Kompromisslösung: Es wird fünf weitere Plätze in der Konzeptionsförderung Theater geben sowie einen kleinen Anstieg in der Festival- und Gastspielförderung
21.01.2026 Im Dezember hatte Kulturministerin Ina Brandes im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft bekräftigt, dass die Kürzungen bei der Spitzen- und Exzellenzförderung trotz des Aufwuchses im Kulturhaushalt aufgrund „verfahrenstechnischer Hindernisse“ bestehen bleiben werden (siehe unseren Beitrag). Sie hatte weiterhin angekündigt, dass die so freiwerdende Summe dennoch der Szene zu Gute kommen solle. Nach intensiven Gesprächen, in denen wir uns eindringlich für den Verbleib der Mittel in den überjährigen Förderprogrammen stark gemacht haben, hat die Ministerin nun eine Entscheidung getroffen:
200.000 Euro sollen in die Konzeptionsförderung (Bereich Theater) fließen und damit fünf weitere Plätze ermöglichen, 60.000 Euro an die freien Theaterfestivals und 40.000 Euro in die Gastspielförderung.
Auch wenn es unsere Präferenz gewesen wäre, den Status Quo der vorherigen Förderrunden vollständig wiederherzustellen, ist dies aus unserer Sicht in Anbetracht der Gesamtsituation ein guter Kompromiss, der die grundsätzliche Wichtigkeit von überjährigen Förderprogrammen anerkennt. Immerhin verbleibt so die gleiche Anzahl von Akteur*innen in überjähriger Förderung – wenn auch unter dem Strich mit etwas weniger Geld als vorher.
Anbetracht der komplexen Gesamtlage und der massiven Kürzungen, die zwischendurch einmal für alle Programme im Raum standen, ist die Situation zumindest für 2026 nun stabiler, als zu befürchten stand. Und wenn die Ereignisse des vergangenen Jahres und unsicheren Perspektiven schmerzhaft bleiben, zeigt sich auch: Die Freien Darstellenden Künste in NRW haben eine Stimme und werden gehört!
Danke an dieser Stelle nochmals alle Künstler*innen, die sich trotz eigener Sorgen so solidarisch für die gesamte Szene eingesetzt und auch an die Vertreter*innen in Politik und Verwaltung, die trotz aller Schwierigkeiten immer wieder Gesprächsbereitschaft gezeigt haben.
Nichts destotrotz muss abschließend noch einmal festgehalten werden, dass für die Spitzen- und Exzellenzförderung (Theater & Kinder-/Jugendtheater) weiterhin 420.000 Euro weniger zur Verfügung stehen als in den vorherigen Förderperioden. Zu den oben beschriebenen 300.000 Euro kommen noch die 120.000 Euro dazu, die schon im Frühsommer aus der Spitzenförderung Kinder- und Jugendtheater in die Spielstätten des Theaters für junges Publikum umgewidmet wurden.
Die Frage, ob es sich hierbei um eine einmalige Verschiebung aufgrund der komplexen Haushaltslage und ungünstiger Zeitabläufe handelt, und mittelfristig eine Korrektur geplant ist, ist offen. Wir setzen hierzu – und zur Perspektive der gesamten Förderarchitektur – auf baldige konstruktive Gespräche mit dem MKW.
NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V.
