10. Juni 2026:
Gemeinsam Strukturen für mehr Vereinbarkeit von Care und Kunst in den Darstellenden Künsten schaffen
Online-Netzwerktreffen zwischen Verwaltung & Förderern und Künstler*innen & Produktionshäusern
Das Landesbüro lädt gemeinsam mit Emilia de Fries und Elisa Müller verschiedene Akteur*innengruppen aus der Freien Szene NRWs zu einem gemeinsamen Best-Practice-Austausch (Arbeitstreffen) ein: Das Ziel ist, in einem gemeinsamen Arbeitsflow, ein gemeinsames strukturelles sowie politisches Bewusstsein für die Situation von Care-Taker*innen in der Freien Szene zu bekommen und signifikant an der Verbesserung zu arbeiten. In vielen kleinen Schritten ist mehr möglich, als wir auf den ersten Blick angesichts dieses strukturellen Defizits denken.
Hintergrund sind die von Emilia de Fries und Elisa Müller erarbeiteten Handlungsempfehlungen für elterngerechtes Produzieren und die Zusammenarbeit mit Caretaker*innen in den Freien Darstellenden Künsten, die im Auftrag des NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V. und in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V entstanden sind.
In den Empfehlungen werden vier Handlungsfelder aufgemacht, in denen wir tätig werden können, um die Vereinbarkeit von Care und Kunst in den Freien Darstellenden Künsten zu verbessern:
- #1 Selbstverpflichtung für Produktionsteams, Künstler*innen und Institutionen (Produktionshäuser, Residenztheater etc.)
- #2 Handlungsempfehlungen für Förderinstitutionen
- #3 Handlungsempfehlungen an die Künstlersozialkasse
- #4 Handlungsempfehlungen für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Gemeinsam wollen wir in unseren Querverbindungen und gemeinsamen Arbeitszusammenhängen auf diese vier Felder schauen, und feststellen, was wir davon schon umsetzen, bzw. in naher Zukunft umsetzen könnten, und wie wir uns dabei gegenseitig unterstützen können.
Termin: Mittwoch, 10. Juni, 11-13 Uhr
Teilnahmegebühr: kostenlos
Diese Veranstaltung findet als Online-Seminar über Zoom statt. Die Teilnehmer*innen erhalten vor Beginn per Mail einen Link zur Teilnahme.
Hintergrund der Handlungsempfehlungen
Die Arbeitsrealitäten in den Freien Darstellenden Künsten sind häufig schwer mit Careverantwortung in Einklang zu bringen. Wie können künstlerische Praxis, Produktionsbedingungen und familiäre oder sorgetragende Aufgaben besser miteinander vereinbart werden? Welche strukturellen Hürden bestehen fort und welche Ansätze aus der Praxis weisen bereits in eine andere Richtung?
Mit den Handlungsempfehlungen sind Lösungsansätzen erarbeitet worden, um die prekäre Lage auf real praktischer und auf makrostruktureller Ebene zu erleichtern. Sie sollen aber auch dazu beitragen, Probleme von Caretaker*innen – nicht nur in den Künsten – nicht mehr zu individualisieren, sondern die Strukturen dahinter zu erkennen und anzugehen. Carearbeit ist immer noch ein Bereich, der vor allem FLINTA* betrifft und damit ihre* Benachteiligung vorantreibt. Die Handlungsempfehlungen sollen Awareness im Umfeld schaffen, für Entlastung sorgen, daran appellieren, was innerhalb bestehender Rahmen verändert werden kann und was in den Strukturen verankert werden muss, damit sich Strukturen perspektivisch ändern, und auf diese Weise im besten Fall den gesamtgesellschaftlichen Diskurs und zukunftsweisende Lösungen mit anstoßen.
